Empfindungen - (Sensations)- Gefühle - Emotionen und Stimmungen (Moods)

Eine der wesentlichsten „Baustellen" im Paar-Sein ist das Reich emotionaler Muster und der Interaktion zwischen den Mustern der Partner. Spätestens nach dem Abklingen der ersten biochemischen Euphorie des Verliebtseins zeigen sich diese Muster. Diese „Baustellen" sind wesentlicher als die Sexualität, die Dauer oder Häufigkeit der Erektion beim Mann, die Qualität der Reizung von Körperteilen bei Frauen oder das Bedürfnis nach gegen seitiger Sicherheitsleistung in einer anstrengenden westlichen Zivilisation mit starker gesellschaftlich-, beruflicher Anpassung.
Die bereits unterbewusst in der ersten Begegnung mitschwingenden Vorannahmen, die sogenannten Projektionen machen sich nach der ersten Verliebtheit breit.

Warum geschieht das und warum sind das keine Gefühle?
Gibt es Unterscheidungshilfen für den Bereich Empfindungen (Sensations) - Gefühle - Emotionen und Stimmungen (Moods)?
Wie erkenne ich die Unterschiede und wie gehe ich damit um?

Die Entwicklung von Emotionen

(Ein Blick in die Neurobiologie)

Die einzelnen Emotionen entwickeln sich aus einem undifferenzierten, unspezifischen Erregungszustand der Zellen nach der Entstehung menschlichen Lebens durch Momente, in denen durch das Erleben und Wahrnehmen der Mutter (direkt) und des Vaters (indirekt) ein Zellulargedächtnis aufgebaut wird, das parallel zur Entwicklung und nach der Geburt auch der Bewusst-seinsentwicklung des Kindes geformt wird. Aus der Fülle kontrahierender, kollabierender, verfestigender oder anderer Impulse entsteht eine spezifische bioelektrische Formatierung, aus deren Signaturen in den verschiedenen Körperbereichen, bestimmte Erlebensformen und Sinnesvorlieben verankert werden. Die stärksten Formatierungspunkte sind die neurohormonellen Steuerungsräume (Drüsen oder auch Chakras).

Gute hilfreiche Modelle zur Erklärung emotionaler Grundmuster finden sich in den Modellen der 5 Weisheitsenergien im Buddhismus und in dem Modell der Fixierungen des christlich-muslimischen Enneagramms. Diese Muster werden schnell angesprochen, da ihre Schaltstellen im Körper und im Gehirn verteilt sind. Wesentlich ist die Verknüpfung der Emotion mit einer Erinnerung und einer Bewertung, durch einen Impuls der „kognitiven" Erfassung, genannt Gedanke. Vergleichen und Anhaften sind zwei typische Eigenschaften der Emotionen. Eine Emotion ist ein Haufen alter, unentsorgter Müll, der uns beschwert und uns und anderen Leid erschafft. Er verhindert Liebe und Mitgefühl für den Anderen und trennt uns ab, von uns selbst und vom/ von der Geliebten. Nach der Auffassung von Damasio (2000), einem führenden Neurowissenschaftler, sind Emotionen komplizierte Kombinationen von chemischen und neuralen Reaktionen des Gehirns, die eine regulatorische Rolle spielen mit dem ursprünglichen biologischen Zweck,günstige Umstände für das Überleben des Organismus zu schaffen. Emotionen benutzen den Körper (Eingeweide, Muskel-Skelett-System) als ihr Theater, haben aber auch einen Einfluss auf diverse Gehirnfunktionen. Individuelle Lernprozesse und kulturelle Einflüsse verändern jedoch die Emotionen hinsichtlich ihrer Auslöser und ihres Ausdrucks. Gefühle sind in der Unterscheidung hierzu, Spontanreaktionen des Organismus auf momentane Eindrücke oder Erlebensmomente. Sie sind schnell im Erscheinen und Verschwinden und von kurzer unvermittelter Heftigkeit.

Paarberatung - Einzelberatung in Paarthemen- Familienberatung

Körper- und systemorientierte Paararbeit

Miteinander leben, einander lieben, Freude, Nähe und Intimität spüren, vertrauen, Konflikte und Krisen gemeinsam bewältigen - dieses sind Sehnsüchte und Wünsche für unsere Liebe und gleichzeitig die Herausforderungen, die immer wieder Entschiedenheit und offene Herzen von Frau und Mann benötigen. In der Paarbeziehung öffnen wir uns, fühlen empfindsamer und sind gleichzeitig auch verletzlicher. Diese Öffnung, die sich in körperlichem Wohlbefinden und Vertrauen zeigt, hat zur Folge, dass alte, seelische Konflikte und Traumatisierungen auftauchen und zwischen Partnerin und Partner wirksam werden.

Körperarbeit fördert die Empfindsamkeit für die eigenen Körpergefühle sowie die Ausdrucksfähigkeit für sich selbst und im Kontakt mit anderen.

Mit Bewegungs- und Ausdrucksarbeit schaffen wir einen Raum, sich selbst und den Partner oder die Partnerin zu spüren, miteinander Neues zu erfahren. Wünsche und Erwartungen, Lust und Freude können lebendig werden, Zurückhaltung, Starre und Festgefahrenes können schmelzen. Es ist ein Wagnis, sich dem Partner/der Partnerin mit allen Gefühlen und Körperregungen anzuvertrauen. Heilsam ist, wenn das Gegenüber da ist und bleibt. Wir fördern die Möglichkeit zwischen Gefühlen zu unterscheiden, die aus vergangenen Erfahrungen gespeist werden, und aktuellen Konflikten, um das Miteinander zu entlasten. So entsteht Platz für die Liebe und Raum, einander zu sehen und sein zu lassen.

Die Dynamik eines Paar- oder auch Familiensystems mit seinen Wirkungen aus der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft zu begreifen, findet seinen Widerhall in Ansätzen systemischer Paararbeit, welche die anderen Ansätze ergänzt.

Inspirationen aus der buddhistischen Psychologie fließen in die Arbeit mit ein.

In der Arbeit mit Paaren begleiten wir, ob einzeln oder im Tandem, klärende Prozesse. Wir unterstützen einen fühlenden und direkten Kontakt in den Beziehungen, damit die eigenen Potenziale leben und sich entwickeln.

Kontakt: 02202/284848 und 0172/1794550 oder info@einfach-paar-sein.de